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"Der lachende Löwe" von Reinhard Griebner Eine Empfehlung von Monika Breitung


"Der lachende Löwe"                                      

 

Sind Sie vielleicht ein Primzahlmensch?

Ach, Sie wissen gar nicht, was das ist?

Dann sollten Sie das Buch Der lachende Löwe von Reinhard Griebner lesen.

Der „lachende Löwe“ ist Albert Schweitzer und gehört in eben jene Kategorie der Primzahlmenschen, soll heißen: „Nur durch eins und sich selbst teilbar“ (Seite 329).

 

Verständlich wird das, wenn man sich auf das Wagnis einlässt, mit Reinhard Griebner    den Lebensweg dieses großen Mannes der Weltgeschichte noch einmal zu gehen.

Natürlich gibt es eine Zeittafel, die hilft, alle Ereignisse schnell einzuordnen. Aber, das ist das Besondere des Buches, wir werden nicht mit aneinandergereihten Zitaten aus den verschiedensten Quellen gefüttert. Nein, alle authentischen Aussagen sind harmonisch eingearbeitet in des Autors einfühlsame Beschreibung der Arbeit und des Wirkens dieses außergewöhnlichen Mannes. Er begleitet Albert Schweitzer gleichsam wie ein Schatten, kann also sehen, hören, empfinden, was dem Jungen so durch den Kopf geht, wenn ein Klassenkamerad auf Vögel schießt; wie der Student sich fühlt, wenn Prüfungen zu bestehen sind, die mal mit „links“ oder aber mit viel Mühe abzulegen sind;  wie eine junge Dame namens Helene Eindruck macht und das Herz des Weltverbesserers erobert, und die fühlt, dass all ihr Glück von ihm kommt.

Die Beschreibung der Tätigkeiten im Urwald treibt auch uns beim Lesen die Schweißperlen auf die Stirn. Es gibt Glückwunschkarten, die beim Öffnen mit einer musikalischen Weise überraschen können. Das kann das Buch nicht bieten, und doch hat man beim Lesen sehr oft Orgelmusik vom Feinsten im Ohr. Manchmal tritt Reinhard Griebner aus dem Schatten hervor und konfrontiert den Arzt, Musiker, Theologen, Literaten, Philosophen direkt mit einem Frage- und Antwortspiel, das sich dann wie ein aktuelles Interview liest.

 

Freunde der Kriminalromane genießen die Spannung zu erfahren, wer letztendlich der Übeltäter war. Hier ist von Anfang an klar, wer der Wohltäter ist. Die Spannung ergibt sich aus dem Dialog, auf den der Leser sich einlässt, wenn er sich mit Reinhard Griebner und Albert Schweitzer auf die Suche nach der „Ehrfurcht vor dem Leben“ begibt.

 

Das Buch ist erschienen im MORIO Verlag im Oktober des Jahres 2014.

Mit großer Freude und Dankbarkeit habe ich gerade diese Lektüre beendet und kann sie besten Gewissens weiter empfehlen.

 

Monika Breitung         



Zuletzt geändert von Matthias Kehmeier (kehmeier)  am 20.8.2015  um 14:12
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