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Die Erinnerung wach halten mit speziellen Büchern und Spielen

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Dank der Unterstützung des Freundeskreises gibt es in der Heine-Bibliothek jetzt Medienboxen für Demenzkranke
 

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Gotha. Es sieht aus wie ein großes Bilderbuch. Die stabilen Pappseiten zeigen nicht nur schöne Bilder, sondern lassen den Betrachter auch fühlen - zum Beispiel den geflochtenen Zopf eines Mädchens. Auf einer anderen Seite kann ein Mühlrad gedreht werden. Drückt man dazu noch den roten Knopf gleich daneben, dann erklingt das Lied „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach". Es handelt sich bei diesem besonderen Liederbuch aber nicht um ein Exemplar für Kinder. Vielmehr ist es für die Beschäftigung mit demenzkranken Menschen gedacht. Und es ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die die neuen Medienboxen für Demenzkranke bieten. Ab März will die Gothaer Stadtbibliothek „Heinrich Heine" dieses neue Angebot verleihen. Insgesamt stehen vier Boxen zur Verfügung: eine Vorlese-, eine Aktivierungs-, eine Erlebnis- und eine Weiterbildungsbox. Darin finden sich jeweils verschiedene Materialien und Medien - von Büchern über Hörbücher bis zu Spielen. Nicole Strohrmann, die Leiterin der Bibliothek, verweist auf ein Puzzle-Buch, das sich dem Thema Werkzeugkiste widmet. „Für Demenzkranke sind ja Erinnerungen sehr wichtig. Diese können mit solchen Bildern hervorgerufen und wach gehalten werden - genau wie mit den Lieder- oder speziellen Erinnerungsbüchern." Nicole Strohrmann hatte in der Fachliteratur gelesen, dass es solche Medienpakete gibt. „Und in der Bibliothek gab es schon öfter Nachfragen, ob wir Beschäftigungsmaterial haben.. Eine Frau, die ehrenamtlich Demenzkranken vorliest, hat sich danach erkundigt, aber auch eine Frau, die beruflich mit solchen Patienten zu tun hat."

Die Ausleihfrist wird drei Monate betragen

Weil sich die Bibliothek dieses besondere Angebot nicht hätte leisten können, kam der Freundeskreis - der Förderverein - der Stadtbibliothek ins Spiel. „Wir haben 1500 Euro zur Verfügung gestellt, weil wir es für eine gute Idee halten, auch an ältere und kranke Menschen zu denken", sagt Matthias Kehmeier, der Vorsitzende. Insgesamt habe der Freundes-kreis im vergangenen Jahr 6000 Euro für Neuanschaffungen in der Stadtbibliothek beigesteuert. „Viel davon wurde in neue Kinderbücher und Spiele, aber auch in neue Romane und Hörbücher investiert. Und eben 1500 Euro in die Medienboxen für Demenzkranke", zählt Matthias Kehmeier auf. Ab März sollen die vier Kisten - jeweils als Komplettpaket - verliehen werden. „Bis dahin brauchen wir noch, um alle neuen Medien in unseren Bestand einzuarbeiten", sagt Nicole Strohrmann. Die Boxen sollen an Einrichtungen vergeben werden, die Demenzkranke betreuen. Wir werden als Verleihfrist für die Boxen wahrscheinlich drei Monate möglich machen. „Wenn das Angebot gut angenommen wird, ist auch eine Erweiterung denkbar", so die Leiterin der Bibliothek. „Sollten einzelne Titel aus den Boxen besonders gefragt sein, können wir diese auch als Einzelexemplare in den Bestand aufnehmen."

Nicole Strohrmann, die zum Vorstand des Freundeskreises gehört, findet, dass auch solche Angebote wichtig sind in einer Stadtbibliothek. Den beiden Frauen, die die Anregung gegeben haben, ist sie dankbar und gleich wieder auf der Suche nach Dingen, die „die schönste Bibliothek . des Universums" (Strohrmann) weiterbringen.

Nicole Strohrmann und Matthias Kehmeier vom Freundeskreis der Stadtbibliothek Gotha präsentieren die neuen Medienboxen zum Thema Demenz, die ab März ausgeliehen werden können. Der Freundeskreis übernahm die Finanzierung.

Claudia Klinger / 30.01.15 / TA

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