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Die Zeitdetektive - Das Teufelskraut von Fabian Lenk

[ab 9 Jahren]

Die Zeitdetektive erfahren vom „;Teufelskraut“;, einem Heiltrank, der magische Kräfte verleihen soll. Sie beschließen dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Ihre Reise in die Vergangenheit führt sie in das Mittelalter zum Kloster Lorsch, wo der erste Mord nicht lange auf sich warten lässt.

Die Zeitdetektive, das sind Julian, Leon und Kim, stets begleitet von der rätselhaften Katze Kija. Sie besitzen einen Schlüssel zu einer Bibliothek in einem Benediktinerkloster, in dem sich der so genannte Zeit-Raum „;Tempus“; befindet. Von hier aus gelangen die Freunde in die Vergangenheit, um ihrem großen Interesse für Geschichte nachzugehen, manches Rätsel aufzudecken und dabei mysteriöse Kriminalfälle zu lösen. So auch im vorliegenden, bereits vierten Band der Krimi-Reihe.

Ein Vortrag von Professor Muriatti über die Heilkraft von Pflanzen steht im Mittelpunkt einer Diskussion der Zeitdetektive an einem regnerischen Tag in der Eisdiele. Der Professor erwähnte in diesem Zusammenhang den Sagen umwobenen „;Teufelstrank“;, welcher dem Besitzer angeblich große Macht verliehen habe. Das Rezept des Tranks stammt von altägyptischen Gott Thot, so die Überlieferungen. Für lange Zeit verschwunden, tauchte das Rezept dann im Jahr 805 nach Christus wieder auf – in einem Reichskloster. Die Neugierde der Kinder ist mehr als geweckt und so machen sich Julian, Leon, Kim und Kija auf in die Bibliothek, um mit Hilfe von PC und Internet nach weitern Informationen zu recherchieren. Schließlich ist das Kloster in der Nähe von Worms ausgemacht und der Entschluss, dem Kloster einen Besuch abzustatten steht fest. Die vier machen sich auf den Weg zu „;Tempus“;, gehen durch Tür 805 …

...und finden sich direkt auf einem Platz des Klosters wieder. Die Zeitdetektive machen sich zunächst auf die Suche nach einer Unterkunft für die bereits einbrechende Nacht und sie können sich in der Herberge des Wirtes Wenzel einquartieren. Als Gegenleistung müssen Leon, Julian und Kim tatkräftig mithelfen, die abendlichen Gäste mit Speis und Trank zu versorgen. Es dauert nicht lange und sie müssen erkennen, dass sie nicht die Einzigen im Gasthaus sind, die sich für das „;Teufelkraut“; interessieren. Als Kim schließlich einem Gast Essen aufs Zimmer bringen soll, geschieht es: Kim öffnet die Zimmertür und kann gerade noch erkennen, wie jemand durch das Fenster verschwindet. Der Gast selber stürzt vor Kim zu Boden – erstochen. Zu diesem Zeitpunkt ahnen die Drei noch nicht, dass das nicht der einzige Mord bleiben soll.

Später machen sie eine merkwürdige Entdeckung im Mantel des Ermordeten. Dort eingenäht kommen Pflanzen samt Wurzeln zum Vorschein. War es das, was der Mörder gesucht hatte? Sind diese Pflanzen vielleicht das berüchtigte „;Teufelskraut“;? Das gilt es herauszufinden. So lernen sie Quirinus, den Fra Botanicus des Klosters kennen und auch den guten Bruder Gottfried, den Sie in seinem Haus etwas abseits des Klosters aufsuchen. Und gerade als Gottfried ihnen die gesuchten Information mitteilen möchte, trifft ihn ein Pfeil. Kurz vor seinem Tod verrät er ihnen dennoch, um was für eine Pflanze es sich bei ihrem Fund handelt.

Eine Fußspur und die Hilfe von Kija, führen die Zeitdetektive weg von Gottfrieds Haus zu einem Loch in einer Felswand. Sind sie dem Täter auf der Spur? Ein Geheimgang führt direkt in das Kloster. Sie entdecken ein geheimes Zimmer. Verbirgt sich hier das Rezept für den „;Teufelstrank“;? Schließlich stehen Sie dem Mörder gegenüber …

Das reizvolle Thema Zeitreise bildet den etwas einfach konstruierten Rahmen der Krimi-Reihe „;Zeitdetektive“; von Fabian Lenk. Zu schön ist die Vorstellung, durch Türen ganz einfach hinüber in eine andere Zeit zu schreiten, vergangene Kulturen kennen zu lernen und dabei noch einen Kriminalfall zu lösen. Der Zeit-Raum „;Tempus“; macht es den vier jungen Abenteurern möglich. Da wollen wir die Größe des Raumes mit seinen tauend Türen ebenso wenig kritisch hinterfragen, wie die scheinbar grenzenlose Freiheit, welche den vieren bei ihrem „;Übertritt“; gewährt ist. Aber klar, im Fokus liegt eine Detektivgeschichte mit historischem Hintergrund.

Und das Konzept dieses Mittelalterkrimis ist durchaus gefällig. Fabian Lenk führt die Zeitdetektive an historische Orte und untermauert die Idee mit zusätzlichen Informationen und Hintergründe zum Ort des Geschehens. Ein kurzer historischer Abriss am Ende des Buches klärt auf und schafft so einen realen geschichtlichen Bezug. Das macht die Erzählung natürlich gleich etwas spannender und authentischer. Ein Glossar greift zudem typische Begriffe aus dieser Zeit auf und Fabian Lenk muss nicht auf „;lateinisches Flair“; verzichten. So darf der „;ungelehrte“; Leser gerne nachschlagen, wer oder was eine Kakulle, ein Camrarius und eine Gurde ist.

Fabian Lenk führt stets temporeich und mit klarem Ziel seine vier sehr typisch zusammengestellten und etwas oberflächlichen Charaktere durch die 160 Seiten. Zwei Jungen, ein Mädchen, eine Katze sind soweit nichts Neues. Dennoch, die Zeitdetektive wirken alle sympathisch, sie harmonisieren gut und die freundschaftlichen Bande zwischen den vieren kommen zumindest rüber. So dürften sich junge Leser schnell mit ihren Helden anfreunden, wenngleich man sie als Personen nicht wirklich näher kennen lernt, wie auch keinen anderen der Hauptcharaktere, z.B. den Abt oder Quirinius.

Motivierende Spannung zieht sich durch die gesamte Erzählung. Da merkt man Fabian Lenk seine Erfahrung als Krimiautor an. Natürlich möchte man erfahren, wer hinter der Mordserie steckt und was es mit dem „;Teufelskraut“; auf sich hat. Zahlreiche s/w-Illustrationen von Almud Kunert gestatten den Kindern Einblicke in wichtige und „;dramatische“; Szenen aus der Erzählung.

Fazit:

Gerne würde ich einmal die Zeitdetektive auf einen ihrer historischen Krimi-Zeitreisen begleiten. „;Das Teufelskraut“; ist ein spannender Mittelalterkrimi, der ohne großen Tiefgang und mit einfach skizzierten Charakteren unterhält. Die Kombination aus Historie und Unterhaltung funktioniert weitestgehend gut, wenngleich Sie nicht wirklich eng verknüpft sind.

Stefanie Eckmann-Schmechta

Quelle: www.kinderbuch-couch.de 



 



Zuletzt geändert von Matthias Kehmeier (kehmeier)  am 7.9.2013  um 07:56
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